Ayurveda und Yoga

Hier trage ich für die Teilnehmer meiner Kurse Informationen zusammen zu den behandelten Themen.

23.09.2019

Yoga Workshop am 22.09.2019 in der Yoga-Oase Mainz

Entspanne dich mit Ayurveda-Yoga. Der Jahreszeit entsprechend leben und Yoga praktizieren.

Im Herbst wird es kühl, windig und rau – typische Eigenschaften von vata-dosha. Vata gerät dann gerne aus der Balance. Dies hat Auswirkungen auf uns: Nervensystem ist angespannt, wir machen uns vermehrt Sorgen und neigen zu Ängsten. Unser Herz-Kreislaufsystem ist empfindlicher in dieser Zeit. Bei einer anhaltenden ineffizienten Verdauung können wir vata-ama-Beschwerden kommen: Rheuma und Arthritis.

Stress, Sorgen und Ärger manifestieren sich gerne im Darm. Da der Hauptsitz von vata im Becken/ Dickdarm ist verstärken sich im Herbst Verdauungsprobleme. Wir neigen schnell zu kalten Händen und Füßen, Erkältungen und Gliederschmerzen.

Viele Menschen stellen bei sich in dieser Zeit einen Verlust ihrer Energie fest, Antriebslosigkeit und Immunschwäche. Ganz besonders sind Menschen betroffen, die ohnehin einen hohen vata-Anteil in ihrer Konstitution aufweisen.

Das Verhältnis der doshas im Körper verändert sich entsprechend dem Klima. Daher sollten wir unser Verhalten an die jeweilige Jahreszeit anpassen.

Vorherrschende doshas sollten gegen Ende der Saison harmonisiert werden.

 

Was können wir tun um vata „im Zaum zu halten“?

Was uns hilft beim Übergang von Sommer auf Herbst/ Winter ist:

  • passende Ernährung
  • regelmäßige Routine (Stabilität im Alltag, Morgen- und Abendroutinen, ruhige Yogapraxis und Meditation)
  • ayurvedische Massagen und kleine Selbst-Massagen am Morgen und am Abend, Partner-Massagen
  • Wärme von innen: Tee, Chai, warme Mahlzeiten, Ingwer und Chili
  • Wärmevon außen: ziehe dich warm an, denk an Schal, Handschuhe und Mütze; gönne dir Sauna- und Dampfsauna (entgiftet gleichzeitig und härtet ab, wenn du dir Wechselduschen gönnst)
  • den Körper entgiften: überschüssige Sommer-Hitze ausleiten (= Stoffwechselschlacken aus dem Körper entfernen); z.B. eine Woche im Herbst fasten, viel heißes Wasser trinken, ayurvedische Morgenroutine (Zunge schaben, Öl ziehen), Nadi-Shodana, abends Triphala einnehmen (Triphala: fördert die Darmmotorik und wirkt mild abführend, entgiftet das Verdauungssystem, bewirkt Darmreinigung, löst Giftstoffe aus allen Körpergeweben, senkt Cholesterinspiegel ohne in Abhängigkeit zu geraten, steigert agni (die Verdauungskraft), gleicht pitta (Feuer) und kapha (Erde) aus, unterstützt die Bildung von ojas (ojas fördert Langlebigkeit, Körperkraft, anziehende Ausstrahlung) – vor dem Schlafengehen 1 – 2 Tabletten mit warmem Wasser einnehmen (ayurveda-produkte.de – Triphala Plus))
  • Verbringe Zeit mit dir selbst und mit lieben Menschen, die dir wichtig sind. Entspanne dich! Gönne dir ein warmes, duftendes (Öl-)Bad, höre schöne Musik, gehe spazieren im Wald oder am Wasser, genieße in völliger Ruhe einen Kaffee oder Tee.

 

„Nicht wie viel wir haben macht uns zufrieden, sondern wir sehr wir es genießen.“

 

Nach dem aktiven Sommer (pitta-Zeit) sollten wir nun mindestens einen Gang „zurückschalten“ und unseren Alltag entschleunigen.

Bewegung hilft vata auszubalancieren (vata = Bewegung).

Die Yogapraxis, die vata ausgleicht ist beruhigend, erwärmend, nicht zu stark erhitzend, eine moderate Asana-Praxis mit vielen Pausen und langer Endentspannung, vorab gut aufwärmen, um Schwung in den sensiblen vata-Kreislauf zu bringen. Gut tun kräftigende, fließende und langsame Übungen: der Baum, das Dreieck, die Helden-Positionen – sie alle erden, beruhigen, schenken Kraft und Ausdauer und fördern die Konzentration. Bei großer Nervosität helfen Vorbeugen im Sitzen (gerne auch mal versuchen 10 bis 15 tiefe Atemzüge in der Haltung zu verweilen), Kind und Schildkröte. Bei Steifheit praktiziere sanfte Dehnungsübungen und Drehungen: Krokodil im Sitzen und Liegen, Drehsitz, den herabschauenden Hund. Vorsicht ist geboten bei zu forschen Rückbeugen in der Kobra, der Heuschrecke und dem Bogen. Pranayama ist sehr wohltuend bei hohem vata: brahmari – das Bienensummen, nadi shodana – die Nasenwechselatmung, ujjayi – die Siegreiche und bhastrika – die Blasebalg-Atmung (Vorsicht: bitte moderat üben, nicht zu lange wegen Schwindel und anfangs nur mit einem Lehrer, bis du die Übung sicher beherrschst).

Vata wird durch Ruhe und Stille ausgeglichen: sanftes Yoga, regelmäßige Meditation und Yoga-Nidra.

Wisse: Ist vata-dosha im Ungleichgewicht „reißt“ es die anderen beiden Bioenergien mit ins „Verderben“!

Diese Lebensmittel reduzieren vata:

Ghee, Karotten, Kürbis, Fenchel, rote Beete, Zucchini, Pflaumen, Trauben, Weizen, Dinkel, Hafer, Basmati-Reis, Samen, Nüsse, Zimt, Ingwer, Muskat, Kardamom, Kurkuma, Galgant.

 

Welche Yoga-Praxis hilft dir um pitta zu harmonisieren?

Sie sollte ausgleichend, kühlend und eher sanft sein, ohne zu viel Ehrgeiz. Perfekt für Menschen mit viel pitta ist mildes Hatha Yoga, sanftes Vinyasa-Flow.

Die Praxis sollte nicht zu erhitzend sein, Kräftigung und Balance stehen im Vordergrund. Zwischendurch tun Entspannung und Nachspüren sehr gut. Yoga-Nidra hilft den pitta-Geist zu entspannen.

Hauptsitz von pitta ist im Unterleib, Dünndarm, Leber (= Sitz der Hitze). Gut geeignet sind Twists im Stehen und Sitzen (Drehsitz und Dreieck, Halbmond – diese reinigen die Leber und reduzieren pitta besonders stark.

Vorwärtsbeugen kühlen und beruhigen das hitzige pitta-Gemüt. Bitte nur moderate Rückbeugen, da diese stark erhitzen und auch nicht zu lange halten. Es entsteht sonst zu große Hitze.

Statt des Sonnengrußes lieber den Mondgruß üben.

Nasenwechselatmung mit Fokus auf das linke Nasenloch – dies kühlt sehr und beruhigt. Sitali ist als Pranayama gut geeignet bei Hitzegefühl und Gereiztheit. Es tut pitta-Menschen gut sich auf Partnerübungen einzulassen.

Die tibetischen Niederwerfungen kultivieren Hingabe an den Moment sowie Demut und helfen das große Ego zu beugen. Ein langes shavasana in Stille oder mit kühlender Musik hilft diesen Menschen zurück zu sich selbst zu finden und loslassen zu üben.

Im Sommer sammelt sich Pitta an (Hitze im Körper): Hautirritationen, Magen-/Darmbeschwerden, überhitztes Gemüt. Jetzt brauchen wir Kühlung und Erdung:

  • Ausreichend Flüssigkeit: Kräutertee mit Fenchel, Kardamom oder Süßholz, viel stilles Wasser
  • Aloe Vera auf die Haut auftragen
  • Massage mit Sonnenblumen- oder Kokosöl
  • Meide Nahrung mit saurem, salzigem und scharfem Geschmack
  • Gut ist: süß, bitter (Rucola, Chicorée, Radicchio, Zucchini, Artischocken, Kurkuma)
  • Meide schwer verdauliche Speisen sowie große Mengen Rohkost.

 

Was ist ama? Wie macht es sich bemerkbar? Was kann ich tun?

  • Müde
  • Schlecht gelaunt
  • Lustlos
  • Träge
  • Augen und Finger sind morgens geschwollen
  • Steife Gelenke
  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Durchfall

Bei der Suche nach der Ursache hilft uns die ahara-vihara-Liste. Dies ist eine Liste, die du über einen gewissen Zeitraum hinweg pflegst. Du notierst deinen Tagesablauf bezüglich Ernährung und Lebensführung.

 

5 bis 6 Tassen heißes Wasser trinken am Tag in kleinen Schlucken stärkt agni und schwemmt ama aus dem Körper.

Gut gekaut ist halb verdaut!

Warmes Essen ist leichter verdaulich als kaltes und Rohkost.

Nehme viele sattvische Nahrungsmittel zu dir. Diese sind in ihrer Eigenschaft süß, ölig, leicht und kühlen den Organismus sanft. Hierzu gehören: Reis, Weizen, Honig (Achtung: nicht erhitzen, bildet sonst ama), Kuhmilch (in geringen Mengen), Lassi, Ghee, Mung-Dal, süße Mandeln, sonnengereifte Früchte (nicht in Verbindung mit Milch – einzige Ausnahme ist Mango-Lassi), leichte und frische Lebensmittel in guter Qualität.

Meide: Kaffee, zu viel Tee, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, weißer Pfeffer, Cayennepfeffer, Fleisch, Fisch, alter u. salziger Käse, Alkohol, Eier, Essig, Erdnüsse, H-Milch, Konserven und wieder aufgewärmte Speisen.

Gönne dir im Herbst/ Winter ein „Betthupferl“: warme (Reis-) Milch mit Zimt, Muskat, Kardamom und etwas Rohrohrzucker oder Honig und ein Laddu (Kichererbsen-Konfekt).

 

Tipps für Heißhunger:

Wenn du Verlangen nach Süßem/ Salzigem hast, sagt dir dein Körper: ich habe einen Mangel, mentalen Frust, Erschöpfung. Es verlangt dich nach Schokolade, Chips, Käsewürfel, Wurst – dann gewöhne dir an stattdessen dies zu dir zu nehmen: Mandeln, Nüsse, Trockenfrüchte, Datteln, heiße Milch mit Honig, frisches Obst der Saison.

Bewege dich, gönne dir eine ayurvedische Massage, ein Fußbad, sanfte Musik, eine Meditation – denn dies alles nährt deine Psyche und stillt deinen eigentlichen Hunger: die Seele – das Selbst.

 

 

Herbst ist Erntezeit und eine wunderbare Gelegenheit Dankbarkeit zu leben gegenüber der Natur und den Mitmenschen: „Mögen alle Lebewesen glücklich sein, mögen alle gesund sein.“

Der Herbst besitzt in vielen Traditionen / Religionen transformierende Kraft und der Übergang tut ein bisschen weh: loslassen und sich verabschieden von der Sonne und der Wärme, von Licht und Energie. Die Kälte kommt, der Wind kommt und die Dunkelheit kommt.

 

Was ist ein Sankalpa? Was nützt es mir eines zu haben?

Was möchtest du loslassen? Was darf sich transformieren? Hierbei kann dir ein gut gewähltes Sankalpa helfen. Es ist ein Vorsatz, eine sehr starke Affirmation, ein positiver Leitsatz, ein Herzenswunsch.

Hast du deinen Herzenswunsch gefunden, sind bei der Formulierung des Sankalpas und der täglichen „Arbeit“ damit, folgende Dinge zu berücksichtigen:

  • Kurz und prägnant (nur ein Satz!)
  • Über längere Zeit ist dieser eine Satz völlig gleich (mind. 40 Tage damit arbeiten)
  • In der Gegenwart formulieren
  • Keine negativen Formulierungen wählen, z.B. Ich habe keine Schmerzen mehr. Besser wäre hier: „Wohlgefühl und vollkommene Gesundheit durchdringen jede Zelle meines Seins.“
  • Male dir aus, wie DU sein wirst und wie es sich anfühlt, wenn sich dein Herzenswunsch erfüllt hat. Grüble nicht darüber nach, wie du dein Ziel erreichen könntest.
  • Andere Wesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) lasse außen vor – formuliere so, dass DU es bist, der Verantwortung übernimmt für dein eigenes SEIN.
  • Überlege dir im Vorfeld, was du LOSLASSEN musst, damit sich dein Sankalpa erfüllen kann und ob du wirklich BEREIT bist täglich dafür einzustehen

Dein Sankalpa wird sich erfüllen, aber du MUSST dir im Klaren darüber sein, dass es dich MÜHE kosten wird und es KONSEQUENZEN haben wird (wenn du Bedingungen hast, müssen diese eingebaut werden).

Sage dir täglich dein Sankalpa mehrmals vor. Das ist wichtig, damit es sich in deinem Unterbewussten verankern kann. Idealerweise integrierst du es in die tägliche Praxis von Yoga Nidra. Du musst BEWUSST und EIGENVERANTWORTLICH deinen Weg in Richtung deines Ziels gehen.

 

Liebevolle Güte

Praktiziere liebevolle Güte für dich selbst. Schenke dir selbst Wohlwollen.

„Möge ich mich sicher fühlen. Möge ich in Frieden sein. Möge ich gesund sein. Möge ich unbeschwert leben können.“

 

Erkenne das Wesentliche

Inneren Frieden werden wir nur erlangen, wenn wir Unwesentliches unbeachtet lassen und uns allein um Wesentliches sorgen. Zuvor müssen wir erkennen und entscheiden, was unwesentlich und was wesentlich ist.

Nimm deine Arbeit, deinen Beruf, dein Tun, die Schule, das Lernen … leicht und habe Freude daran. Deine Yogapraxis wird all das beeinflussen, was du erfährst, nicht umgekehrt, denn letztlich werden deine Erfahrungen nicht von deiner Praxis beeinflusst.

Gönne dir bewusst regelmäßig Pausen im Alltag. Mache dir zuvor klar: was heißt für mich regelmäßig (einmal am Tag 15 Minuten oder alle halbe Stunde zwei Minuten)? Überlege dir im Vorfeld was du dir konkret gönnst in diesen Pausen (eine Tasse Tee, ein leckeres Kaffeestückchen, etwas Obst, einen kleinen Spaziergang, eine Runde Sonnengrüße….). Was schenkt dir Freude?

 

Y O G A

… hilft uns zurück zu finden in unseren eigenen (individuellen) Rhythmus, der oft viel langsamer ist, als unser Denken und oft auch langsamer, als es unsere westliche Umgebung abverlangt. Angenehmer Nebeneffekt: unser Körper bleibt fit und beweglich.

Wir (jeder für sich individuell) müssen unseren eigenen Weg finden, um die Ansprüche, die das Leben an uns stellt, erfüllen zu können und wir müssen uns lösen von den (belastenden) Auswirkungen der äußeren Einflüsse auf unser emotionales Empfinden. Hierbei helfen uns ganz besonders die tägliche Meditation und regelmäßiges Yoga Nidra praktizieren.

Falte die Hände in Namasté, lege die Daumen auf dein drittes Auge und öffne die anderen Finger. Sage dir: Mögen Licht und Weisheit mich erlangen und erleuchten.

 

Morgengebet (nach Dr. Vinod Verma)

Sonne, ich danke dir für diesen neuen Tag in meinem Leben.

Bitte lass´ mich noch viele solcher Tage sehen und erleben und erhalte mir meine fünf Sinne bis zum Ende meines Lebens.

Sonne, ich danke dir für diesen neuen Tag in meinem Leben.

Segne, behüte, beschütze mich und meine Familie und erfülle mich mit Wohlgefühl.

Sonne, ich danke dir für diesen neuen Tag in meinem Leben.

Führe mich mit deinem Licht, zeige mir den rechten Weg, hilf mir gute Entscheidungen zu treffen.

(3mal wiederholen, ganz bewusst:) Sonne, ich danke dir für diesen neuen Tag im Leben.

 

Abendgebet

Ich danke für diesen Tag.

Ich beschließe diesen Tag in Frieden. In Frieden mit mir selbst und mit den Menschen, die mir heute begegnet sind, an die ich gedacht habe.

Menschen, die mir vermeintlich Unrecht getan habe, umarme ich und vergebe ihnen.

Ich bitte um Verzeihung bei all jenen Menschen, denen ich heute vermeintlich Unrecht zugefügt habe. Möget ihr mir vergeben und bei unserem nächsten Zusammentreffen kein Groll zwischen uns sein.

Für schwelende Konflikte erbitte ich Beistand und Hilfe von Dir, geliebtes Universum und allen guten Mächten.

Ich lasse los. Ich entspanne mich. Ich werde gleich gut schlafen und angenehm träumen.

Voller Dankbarkeit beende ich diesen Tag und freue mich auf Morgen.

 

Gebet für Vatas / Menschen mit einem Vata-Überschuss

Geliebtes Universum, alle guten Mächte,

bitte helft mir mich von negativen Gedanken zu befreien. Helft mir aus dem Gedankenstrudel, der mich seit Tagen quält, hinauszufinden, aus eigener Kraft oder mit der Hilfe von lieben Menschen. Schenkt mir Vertrauen in mich selbst, Zuversicht, innere Stärke, Kraft und Durchhaltevermögen. Helft mir alle Selbstzweifel aufzulösen. Alles was ich tue, tue ich mit Freude. Bitte helft mir mein Herz zu weiten, um alle Dinge der Welt zu erfassen. Bitte helft mir mein Herz zu öffnen, um alles Gute einzulassen. Bitte helft mir mein Herz zu beruhigen, damit ich dem Wandel der Zeit begegnen kann. Ich vertraue darauf, dass ein Herz in Ruhe in ALLEM das Gute sieht.  Bitte helft mit dabei vollkommen gesund zu sein. Ich danke.

 

Morgenrituale

  • Stehe etwas früher als gewohnt auf (30 Minuten)
  • Gehe (barfuß) hinaus ins Freie. Rieche an Blumen und Kräutern
  • Öffne die Fenster, lüfte durch
  • Verbinde dich mit der Natur (Pflanzen, Bäumen, dem Wind, der Morgenluft, dem Regen, dem Nebel, dem Mond, den Vögeln und anderen Tieren, deinen Mitmenschen/ Nachbarn/ Familie/ Kollegen …)
  • Sprich in Richtung der aufgehenden Sonne ein (Sonnen-) Gebet (sag danke für den neuen Tag)
  • Sieh den Mond an
  • Breite deine Arme aus und gönne dir 5 tiefe, bewusste Atemzüge
  • Erde deine Füße (Tadasana). Spüre deinen Körper. Atme.
  • Kreise mit Armen und Schultern
  • Übe die Zehenstreckung.
  • Rolle deine Yogamatte aus und übe (Tibetische Niederwerfungen, Sonnengrüße, die 8 Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule).
  • Setze dich hin und Meditiere.
  • Sage dir dein Sankalpa.
  • Übe Nirbija-Pranayama-Kriya, die Lungenreinigungsatmung.
  • Übe Uddiyana Bandha und Agni Sara (Reinigungsübung für Bauchorgane).
  • (Power-) Mudra.
  • Grüner Tee mit Ingwer und Rosmarin.
  • Die Ohren massieren.
  • Den Löwen üben (beugt Erkältungskrankheiten vor).
  • Vor dem Duschen einölen, weil warme Dusche das Kräuter-Öl in den Körper „einschleust“ und so die Dhatus (Körper-Gewebe) nährt – Vorsicht: Rutschgefahr!
  • Zunge schaben.
  • Öl ziehen, mit warmem Wasser ausspülen, anschließend mit dem Finger oder Bürste Zahnfleisch massieren.
  • 1 – 2 Tassen heißes Wasser trinken (Pitta-Menschen nur warm).
  • Stuhlgang
  • Frühstück in Ruhe

 

Abendrituale

  • Achte auf eine harmonische Atmosphäre.
  • Vermeide Streit (-Gespräche).
  • Kein Fernsehen vor dem Schlafengehen (wühlt auf).
  • Tagesrückblick
  • Vergebungsgebet (Abendgebet)
  • Ritual Heilung: Lege dich in Shavasana oder sitze angenehm aufrecht. Konzentriere dich auf folgende Bereiche deines Körpers:

Augen

Ohren

Nase

Kiefer

Stirn

Der ganze Kopf

Der ganze Körper

Nehme Verspannungen, Unwohlsein wahr und schicke dort deine Aufmerksamkeit hin für einige tiefe Atemzüge. Stelle dir vor, dass Wärme und Licht in jene Bereiche strömen und dort Heilung bewirken.

 

  • Ritual Abstreifen: Stehe in Tadasana und spüre dich in der Haltung ein. Berühre dann nach und nach mit einer abstreifenden Handbewegung deinen ganzen Körper. Tue so, als ob du von Zeit zu Zeit etwas von deinen Fingerspitzen rieseln lässt. Symbolisch steht dies für Verbrauchtes/ Vergangenes/ Belastendes/ Negatives, kurz: alles was du loslassen möchtest. Bücke dich dann, lege die Hände auf den Boden und gebe dankbar dies Alles an Mutter Erde ab. Vertraue darauf, dass sie es transformieren wird für dich und du dich frei und leicht fühlen darfst. Stelle dich wieder in Tadasana, nehme die Hände und lege sie auf den Herz. Spüre für einige Atemzüge in deinen Herzraum.

 

  • Lege dich in Shavasana und palmiere die Augen (Hände fest aneinander reiben, bis sie heiß sind. Dann über die Augen legen. Atmen. Entspannen.
  • Rosenwasserpads auf die Augen legen. Entspannen. Sanfte Musik dabei hören.
  • Singe SO HAM (Ich bin Er – Er ist ich.)
  • Singe ein Mantra.
  • Sage dir dein Sankalpa.

 

Obst- und Gemüsesorten im Herbst

Kürbis

Rote Beete

Feldsalat

Apfel

Karotte

Rosenkohl

Pastinaken

Maronen

Quitten

Wirsing

Walnüsse

 

24.06.2019 – Agni, unser Lebensfeuer

Eine wichtige Voraussetzung für unsere Gesundheit ist eine gute Verdauung. Agni ist unser Verdauungsfeuer und gleichzeitig unser Lebensfeuer.
Letzten Endes haben wir nur das gegessen und aufgenommen, was wir auch verdauen können, soll heißen, selbst wenn wir noch so gesunde, frische Nahrung zu uns nehmen, aber der Körper kann es nicht aufnehmen und verdauen, sondern scheidet es vorzeitig/ unverdaut/ nur teilweise verdaut aus, haben wir nichts davon gehabt.

Stell dir eine brennende Kerze vor, wenn sie gleichmäßig brennt, dann ist es gut so.

Durch die Unterstützung von Enzymen wird unsere Nahrung verdaut. Alle unsere Zellen werden mit wichtigen Nährstoffen versorgt, so dass unser Gewebe und unserer Organe genährt werden und gut funktionieren können. Dann entsteht das feinstoffliche Konzentrat, genannt Ojas, welches in unserem Herzen sitzt.

Ojas ist es, was uns frisch aussehen lässt, uns positive Ausstrahlung, Mut und ein gutes Immunsystem verleiht. Ein Mensch mit Ojas verfügt über ein gutes Agni, Vitalität, Frische und Lebensfreude.

Dazu ist es wichtig zu wissen, dass Verdauung nicht nur auf Nahrung bezogen wird, sondern gemeint sind auch alle anderen Eindrücke, die wir verarbeiten: Geräusche, Gerüche, Informationen und Gefühle. Alle Sinneswahrnehmungen werden mit der Hilfe von Agni biochemisch umgewandelt und beeinflussen als Botenstoffe unser körperliches und geistiges Befinden.

Brennt nun also Agni zu stark oder zu schwach oder ungleichmäßig, dann wird die Nahrung nicht ordentlich umgewandelt und die Zellen nur unzureichend versorgt. Schlimmer noch: unverdaute Nahrungsanteile, sogenanntes Ama, das ist eine schlackenartige Substanz, die im Gewebe entsteht, beeinträchtigt die Funktion der Organe. Ama ist die eigentliche Ursache von Erkrankungen.

Daher ist es sehr wichtig für uns, die Beschaffenheit und Menge von Urin und Schweiß zu beobachten, ebenso den Stuhlgang beschreiben zu können (wie häufig, Menge, Konsistenz, Farbe, Geruch).

Im Ayurveda ist es das Ziel zurückzufinden ins Gleichgewicht.
Wir wissen, dass sich im Frühling Kapha naturgemäß erhöht. Hierdurch entstehen Schwere und Feuchtigkeit im Organismus, wir bekommen Schnupfen und leiden unter der Frühjahrsmüdigkeit. Sobald es draußen wärmer, heller und trockner wird, beginnt die Pitta-Zeit, Erkältungs- und Lethargiezustände verschwinden wieder.
Unser Körper sendet kleine Signale aus, kleine Beschwerden, emotionale Befindlichkeiten oder flüchtige Erkrankungen. Wenn wir es lernen diese Signale wahrzunehmen und ernst zu nehmen, dann sind es Boten der körperlichen Weisheit. Eine Krankheit bricht niemals aus heiterem Himmel über uns herein, sie bahnt sich an. Obwohl z.B. ein Herzinfarkt ein akutes Ereignis ist, hat es doch meist eine lange Vorgeschichte.

 

Was kann ich tun für ein gutes Agni?

Zum Entschlacken trinkt man heißes Wasser. Es wärmt und reguliert das Verdauungsfeuer.
Stelle dir täglich eine Thermoskanne mit heißem Wasser bereit.
Du kannst das Wasser aus der Leitung nehmen, kochst es ab und füllst es in die Thermoskanne. Trinke es über den Tag verteilt in kleinen Schlucken.

Ingwer ist optimal zur Stärkung von Agni: schneide feine dünne Scheibchen und gib diese in deinen Trinkgefäß hinein, dann schütte heißes Wasser darüber und trinke es. Bei erhöhtem Vata und Kapha ist Ingwerwasser ideal.

Eine starke Wirkung entsteht, wenn du Ingwer zusammen mit dem Wasser erhitzt und eine Weile kochst. Doch Vorsicht bei zu hohem Pitta! Meiner Erfahrung nach kann das für Menschen mit einem erhöhten Pitta noch zusätzlich zur Belastung werden.

Um Agni nicht zu schwächen trinke zu den Mahlzeiten nur warme Getränke, am besten warmes Wasser mit Ingwer.
Vermeide es grundsätzlich eine halbe Stunde vor und 1,5 Stunden nach dem Essen zu trinken, du verdünnst dadurch Agni bzw. bei sehr kalten Getränken (Eiswürfel) löschst du dein Verdauungsfeuer sogar aus.

Ghee (geklärte Butter) ist ebenfalls sehr förderlich. Du kannst es als Brotaufstrich verwenden oder zum Anbraten von Gemüse. Selbst Menschen mit Kapha Körperkonstitution dürfen Ghee in Maßen verwenden. Weiterhin unterstützen folgende Gewürze ein gutes Agni: Pippali – langer Pfeffer, schwarzer Pfeffer, Cayennepfeffer, Zimt und Meerrettich. Du kannst dir auch einfach die Gewürzmischung Trikatu kaufen. Sie besteht das gleichen Teilen aus langem und schwarzem Pfeffer und Ingwer. Trikatu stärkt auch das Herz. Als allgemeine Dosierung gilt dreimal täglich eine kleine Messerspitze, etwa ein bis drei Gramm.

Als Appetitanreger gilt ein halber Teelöffel zerkleinerter Ingwer und ein halber Teelöffel Zitronensaft zusammen mit einer Prise Steinsalz 20 Minuten vor dem Essen einnehmen.

Eine gute Verdauung zeigt sich durch einen gesunden Appetit. Wenn du oft Heißhunger hast, dann brennt Agni zu stark und deine Nahrung verbrennt zu schnell. Der Körper signalisiert dir dauerndes Hungergefühl und du hast das Gefühl ständig Nahrung nachschieben zu müssen.

Es sind die Menschen mit Pitta Konstitution, die ein sehr starkes Agni haben. Dieses Agni sollte beruhigt werden. Menschen mit einem zu schwachen Agni sind appetitlos und der Körper kann die Speisen nicht vollständig verdauen. Bei schwachem Agni liegt meist eine Störung von Vata zugrunde.

Anzeichen für eine gute Verdauung sind klare, weiche Haut und klare Augen, eine ausgeglichene Stimmung und ein regelmäßiger gesunder Appetit, ein normaler Stuhlgang etwa ein- bis zweimal täglich, glänzendes Haar, ein leichter, flexibler Körper, sowie ein tiefer, erfrischender Schlaf und gute Energie und Vitalität.

Dies sind Zeichen für eine schlechte Verdauung: unregelmäßige Appetit, schwerer oder zu weicher Stuhlgang, Zunahme bzw. Abnahme des Gewichts, eine belegte Zunge, fettige oder trockene Haut, trübe Augen, geblähter Bauch mit Krämpfen oder Gasen, Magenprobleme, unverdaute Essensreste im Stuhl, gestörter Schlaf, vermehrter Schleim, allgemeine Müdigkeit.

Alle Speisen, die die Gesundheit von Körper und Geist fördern, nennen wir im Ayurveda sattvisch. Nahrungsmittel enthalten besonders viel Prana, Lebenskraft, und sind naturbelassen. Fleisch zählt grundsätzlich nicht dazu.

Sattvische Nahrungsmittel sind Milchprodukte, Milch, Ghee, frischer Joghurt, Frischkäse, Ahornsirup Gemüse, grüner Salat, Süßkartoffeln, gelbe Linsen, Mungbohnen, Basmatireis, Nüsse, saftiges, süßes Obst, wie Birnen, Kokosnuss, Feigen, Pfirsiche. Es ist sehr einfach sattvisch zu essen, z.B. Basmatireis und in Ghee gedünstetes Gemüse mit etwas Salat.

Da nachfolgende Nahrungsmittel Hitze im Körper entstehen lassen und Rajas erhöhen, solltest du sie meiden: saure, salzige, scharfe Nahrungsmittel. Wenn du diese häufig konsumierst, dann wird das Nervenkostüm schnell überreizt. Salzgebäck, Kartoffelchips, gesalzen Erdnüsse, Kaffee, Alkohol, Nikotin, zu viele scharfe Gewürze, rohe Zwiebeln und Knoblauch.

Nahrung von tamasischer Qualität sind alte, wieder aufgewärmte, übermäßig schwer verdauliche Nahrung, Fleisch, besonders Rind und Schwein, künstliche Süßigkeiten und Lebensmittel, die mit Konservierungsstoffen versetzt sind. Nimmst du diese Nahrung häufig zu dir dann stumpfen deine Sinnesorgane ab, dein Körper wird belastet und du wirst träge.

 

Agni – der Schlüssel zur Krankheit oder Gesundheit

Agni ist das biologische Feuer, welches den Stoffwechsel regelt. Pitta manifestiert sich im Magen als Agni. Es ist das Feuer des Magens. Agni ist sauer, zersetzt die Nahrungsmittel und regt die Verdauung an. Bei der Verdauung kommt Vata ins Spiel, denn die Luft im Körper entfacht das Feuer in uns.

In jeder Zelle ist Agni vorhanden, es dient der Gewebsernährung und ist verantwortlich für unser Immunsystem. Mikroorganismen, fremde Bakterien und Toxine im Magen, Dünndarm und Dickdarm werden durch Agni vernichtet. Unsere Langlebigkeit ist von Agni abhängig. Intelligenz, Verständnis, Wahrnehmung und Auffassungsvermögen sind Funktionen von Agni. Unsere Hautfarbe wird durch Agni aufrechterhalten und unser Enzymsystem sowie der Stoffwechsel hängen vollkommen von Agni ab.

Wenn Agni seine Funktion gut erfüllen kann, dann werden Zersetzung, Resorption und Assimilation (Angleichung, Anpassung) der Nahrung reibungslos funktionieren.

Aber wird Agni durch eine Störung des Gleichgewichts der Doshas beeinträchtigt, so hat dies Auswirkungen auf unseren Stoffwechsel. Abwehrkraft und Immunsystem des Körpers sind gestört. Nahrungsanteile bleiben unverdaut und werden nicht aufgenommen. Diese sammeln sich im Dickdarm an und verwandeln sich in eine übelriechende, klebrige Substanz. Diese Substanz nennen wir Ama. Sie verstopft die Därme und andere Kanäle des Körpers, z.B. die Blutgefäße (Arteriosklerose).

Es ist ein Teufelskreislauf, der nun beginnt. Schließlich ist diese entstandene Substanz vielen chemischen Vorgängen unterworfen, die ihrerseits Toxine erschaffen und diese Gifte werden in das Blut aufgenommen und gelangen so in den allgemeinen Kreislauf. Schließlich sammeln sie sich an den Schwachstellen des Körpers an und sorgen für Kontraktionen, Verstopfungen, Stagnation und Schwäche der Organe. Sie setzen die Immunfunktion der entsprechenden Gewebe herab und schließlich manifestieren sich Krankheiten in den betroffenen Organen, wahrzunehmen als Arthritis, Diabetes, Herzerkrankungen und so weiter.

Im Ayurveda steht fest, dass Ama die Wurzel aller Krankheiten ist. Ama entsteht z.B. auch, wenn wir Nahrungsmittel miteinander kombinieren, die gemäß Ayurveda unverträglich sind. Aufgrund dieser schlecht verdauten Speisen entstehen Toxine. Wenn unsere Zunge einen weißen Belag aufweist, ist dieses Symptom ein Anzeichen dafür, dass Ama im Dünndarm, Dickdarm oder im Magen vorhanden ist, je nachdem welcher Teil der Zunge belegt ist.

Wenn die Funktion von Agni verlangsamt ist entsteht Ama. Aber ebenfalls schädlich ist eine Überfunktion von Agni. Dadurch werden nämlich die Nährstoffe in der Nahrung durch eine übermäßige Verbrennung förmlich verheizt und eine Abmagerung ist die Folge. Auch dieser Zustand setzt unsere Abwehrkräfte im Körper herab.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind unterdrückte Gefühle. Toxine können auch entstehen, indem wir Ärger, Zorn vernachlässigen. Diese beeinträchtigen z.B. die Flora von Gallenblase, Gallengängen und Dünndarm. Sie verstärken Pitta, was zu Entzündungen im Magen- und Dünndarmbereich führen kann. Angst und Besorgnis (erhöhen Vata) sind in der Dickdarmflora zu finden. Die Folge davon sind aufgetriebene Bäuche, schmerzhafte Blähungen, die sich im Dickdarm festsetzen. Diese Schmerzen werden oftmals als Herz- oder Leberstörungen angesehen. Aufgrund der Folgen von unterdrückten Gefühlen wird empfohlen, weder Gefühle, noch irgendwelche Bedürfnisse des Körpers, wie Husten, Niesen oder das Abgehen von Winden zu unterdrücken. Unterdrückte Gefühle stören das Gleichgewicht von Vata, welches wiederum Agni beeinflusst und wenn Agni geschwächt ist können abnormale Immunreaktionen die Folge sein. Diese Reaktionen können Allergien sein auf Substanzen wie Pollenstaub, Blumen oder Gerüche.

Im Ayurveda empfehlen wir die Gefühle ohne Verhaftung zu beobachten und sie loszulassen, damit sie sich auflösen können. Wenn Gefühle unterdrückt werden, wird diese Unterdrückung Störungen des Geistes und schließlich des Körpers zu Folge haben.

Und hier kommt nun die Yogapraxis ins Spiel:
Vor jeder Asanapraxis solltest du dir einen Moment Zeit nehmen, um bei dir selbst anzukommen. Spüre, wie es deinem Körper geht, den Atem beobachten und die Gefühle, die aktuell vorherrschen, wahrnehmen. Im zweiten Schritt kann dann eine Verarbeitung der Gefühle auf sinnvolle Art und Weise stattfinden.

Praktiziere Yoga – sei es dir selbst wert.

 

20.05.2019 – kapha-dosha

zu Grunde liegende Elemente: Erde und etwas Wasser

typisch für Menschen mit hohem kapha-Anteil in ihrer Konstitution:

  • ruhige, beständige, verlässliche Persönlichkeit
  • körperliche Kraft
  • stabile Psyche
  • Gelassenheit
  • zeigen Geduld und Mitgefühl
  • mögen Zärtlichkeit
  • verfügen über Standfestigkeit
  • ihnen fehlt Antriebskraft
  • Mangel an Motivation
  • neigen zu Lethargie und Trägheit
  • ignorant, geistig festgefahren und unbeweglich
  • kräftiger Körperbau, nehmen leicht zu
  • träge Verdauung und langsamer Stoffwechsel

Zum Ausgleich von kapha hilft eine anregende, bewegende, erwärmende, erleichternde, dynamisierende, loslassende Yogapraxis, unter Berücksichtigung der nachfolgenden Punkte:

  1. braucht intensives Training, welches Stoffwechsel und Kreislauf anregt
  2. Belastung allmählich steigern (Herz nicht zu sehr belasten)
  3. Übungen, die zum Schwitzen bringen
  4. wärmende pranayama-Übungen, insbesondere vor dem Meditieren
  5. vinyasas tun gut, z.B. Sonnengrüße
  6. asanas im Stehen, z.B. Heldenhaltungen
  7. Rückbeugen fördern die Durchblutung des Kopfes
  8. Vorbeugen sind eher weniger geeignet, außer bei großem Stress
  9. Bogen tut gut, wirkt auf agni positiv
  10. Löwe, löst Schleim
  11. Pflug befreit die Lungen von Schleim und Stauungen
  12. Nach der Yogapraxis sollte der Mensch sich warm und leicht fühlen. Kreislauf sollte aktiviert sein, Lunge und Brustkorb sollten sich frei anfühlen. Geist und Sinne sollten scharf und klar sein.

Kapha hält die Dinge zusammen und ist der körperliche Speicher für pitta und vata. Kapha speichert demnach Energie und Wärme.

Was kapha benötigt ist die Anregung und Bewegung, die vata liefert sowie die Wärme von pitta.

Kapha-Menschen (insbesondere Frauen) müssen lernen ihre Figur zu akzeptieren, Übergewicht meiden, ebenso wie strenge Diäten.

Finde Freude an der täglichen Bewegung und liebe deinen Körper.

 

Typische kapha-Überschussauswirkungen/ Störungsbilder / Krankheiten sind:

Erkältungskrankheiten mit starker Schleimbildung, grippale Infekte

Asthma, Bronchitis

Heuschnupfen

gutartige Zysten

Knochensporne

hoher Cholesterinspiegel

Herzkrankheiten

Pilzerkrankungen der Haut und im Darm

Diabetes

Gicht

Steine in Nieren, Blase und Galle

Unterfunktion der Schilddrüse

Frühjahrsmüdigkeit (müde, fröstelt,  fühlt sich lethargisch)

schlechte Durchblutung

niedriger Blutdruck

oft kalte Hände und Füße

Wassereinlagerungen im Bindegewebe; Ödeme

Allergien in Verbindung mit Ansammlung von Flüssigkeiten in den Lymphbahnen

Die anhaftende kapha-Energie wirkt dem Ausscheiden und Loslassen entgegen, was zu Herz-, Kreislauf und Gefäßerkrankungen führt.

Toxine und Stoffwechselschlacken setzen sich an den Gefäßwänden fest, dies führt zu Gefäßverengungen und Arteriosklerose.

Die Heilung von kapha-bedingten Beschwerden erfordert Geduld und ist oft langwierig.

 

Verhaltensempfehlungen zum Ausgleich eines (krankhaft) erhöhten kapha-doshas:

viel Bewegung an der frischen Luft

nicht zu viel Routine: neue Wege gehen

nicht zu viel schlafen

kaltes und nasses Klima meiden

regelmäßiges Ölziehen entgiftet

Nasenspülung

Aktivurlaub: wandern, Rad fahren

Stress kompensieren ohne „Frustessen“, z.B. durch Yoga üben

sich Rückzugsmöglichkeiten suchen: dem Wunsch nach Ruhe nachkommen

 

allgemeine Ernährungsempfehlungen:

warme Speisen bevorzugen

viel heißes Wasser (Ingwerwasser) trinken

scharfe Gewürze kurbeln den langsamen Stoffwechsel an

bitter schmeckende Speisen tun gut

kleine Mahlzeiten einnehmen

leicht verdaulich

Frittiertes meiden

kalte Speisen meiden

Sparsam mit Fett, Zucker und Salz sein

gerne das Frühstück weglassen

mindestens 3 Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten

einen Tag in der Woche fasten

gerne regelmäßig Heilfasten

 

 

04.05.2019 – pitta-dosha

zu Grunde liegende Elemente: Feuer und etwas Wasser

typisch für Menschen mit hohem pitta-Anteil in ihrer Konstitution:

  • impulsiver Charakter, kraftvoll wie ein Vulkan, feuriges Temperament, ungezügelte Leidenschaft: sie sind geborene „Macher“
  • starker Intellekt
  • gut organisiert und geht systematisch vor
  • zielstrebig
  • mag keine Hitze
  • kann auf keine Mahlzeit verzichten
  • gute Redner
  • leicht erregbar (hitziges Gemüt)
  • neigen zu Zornes- und Wutausbrüchen
  • haben oft Sommersprossen und Muttermale

Zum Ausgleich von pitta hilft eine kühlende, entspannende, verzeihende, sanfte und hingebungsvolle Yogapraxis, unter Berücksichtigung der nachfolgenden Punkte:

  1. kein hartes Training, achte auf ahimsa (liebe- und rücksichtsvoll mit sich selbst und anderen umgehen)
  2. keine Hitze, nicht allzuviel Schweiß beim Yoga üben produzieren
  3. kein ehrgeiziges Üben
  4. achte auf spirituelle Aspekte beim Yoga üben (Technik ist nicht alles im Yoga!)
  5. entspannende Atmung praktizieren zwischen den asanas
  6. übe still zu sitzen und jeglichen Stress zu meiden
  7. Schulterstand und Pflug kühlen
  8. Gedrehtes Dreieck und Drehsitz stören agni (die Verdauungskraft) nicht, reinigen Leber, entgiften
  9. Pitta sammelt sich in der Mitte des Unterleibs, im Dünndarm und in der Leber, daher sind folgende asanas geeignet: Bogen, Kobra, Boot, Fisch
  10. Vorwärtsbeugen fördern Loslassen und Hingabe, Vergeben und Demut
  11. Rückwärtsbeugen und Kopfstand erzeugen Hitze und müssen kühlende ausgeglichen werden
  12. chandra bhedana – der Montatem, kühlt, mind. 5 Min.
  13. shitali, mind. 5 Min., wenn du dich gereizt fühlst
  14. langes shavasana, event. mit kühlender Musik, Wasser im Hintergrund
  15. Meditation: Vollmond und kühle, ruhige Wellen vorstellen
  16. Tibetische Niederwerfungen als Alternative zu den Sonnengrüßen; fördern Hingabe, Loslassen, Demut, Dankbarkeit und Vergebung
  17. Partnerübungen: das Ego von Menschen mit viel pitta ist oft groß, bei Partnerübungen üben sie, sich auf andere einzulassen
  18. Yogapraxis war dann erfolgreich, wenn der Mensch sich danach entspannt, kühl, zufrieden und ruhig fühlt, die Gefühle sich beruhigt haben, der Geist klar und bereit für Meditation ist.

Pitta steuert die Fähigkeit Eindrücke, Gefühle und Ideen zu verarbeiten und daraus ein Bild von der eigenen Wahrheit zu erstellen.

Was pitta benötigt ist die Gelassenheit der Erde (kapha) und die Feinfühligkeit der Luft (vata), um Maß zu halten.

Pitta muss lernen die „goldene Mitte“ zu finden zwischen Ruhe und Aktivität und einen kühlen Kopf zu bewahren.

 

Typische pitta-Überschussauswirkungen/ Störungsbilder / Krankheiten sind:

starker Bezug zum Verdauungs-, Enzym und Hormonsystem

Hitzewallungen

Fieber

übler Geschmack im Mund (sollte jeden Morgen die Zunge schaben und Öl ziehen)

großer Durst (auf Kaltes – Vorsicht: nicht zu kalt trinken)

andauernder Hunger

Durchfall

Übersäuerung

Sodbrennen

Magenschleimhautentzündung

Magengeschwür

Verschlackung des Blutes: Blutverunreinigung, Blutvergiftung

neigt zu Entzündungen und Infektionen

Hepatitis

Pigmentstörungen

Bluthochdruck

Lebererkrankungen

Gallensteine

Brennen der Augen, häufig Bindehautentzündung, Sehstörungen und –schwäche

fettige Haut, Eiterpickel (die Pubertät ist pitta-Zeit)

wenn pitta stark vermindert ist: niedrige Körpertemperatur, Verdauungs- und Stoffwechselschwäche, Interessenlosigkeit bis Erlöschen des inneren „geistigen“ Feuers

 

Verhaltensempfehlungen zum Ausgleich eines (krankhaft) erhöhten pitta-doshas:

regelmäßig Abführen, um Hitze und Säuren auszuleiten

viel lauwarmes, vorher abgekochtes Wasser trinken: reinigt Körper von Innen

eher kein Ingwerwasser trinken: verursacht Hitze

häufig aufsuchen: Parks, Waldseen, Orte mit kühler Feuchtigkeit

betrachte den Nachthimmel, den Mond, die Sterne

Zeit mit ruhigen und angenehmen Menschen verbringen

OM tönen, täglich, mind. 3 Min.

Affirmationen mit Vergebungsgedanken: Die Vergangenheit ist vorüber. Die Gedanken jetzt, in diesem Augenblick, erschaffen meine Zukunft. Die Weisheit meines Lebens sind Vergebung, Dankbarkeit, Liebe und Humor.

Dem Wunsch nach Herausforderung und Anerkennung Ausdruck verleihen, zum Wohle aller.

Negative Emotionen (Wut, Jähzorn, Aggression, Ärger) nicht verdrängen, sondern durch Sport und Bewegung gezielt abbauen durch tanzen, Yoga üben, strammen Spaziergang.

Mit Kokosöl den Körper einreiben, anschl. kühle Dusche nehmen, dann sanft abtrocknen, so dass ein dünner Ölfilm bleibt.

Duftlampe: Rose, Orange, Zitronengras, Sandelholz, Lavendel, Iris

Etwas Ghee oder Kokosöl durch die Nase hochziehen.

 

allgemeine Ernährungsempfehlungen:

nicht zu heiß essen, eher kühl oder warm

Essen sollte gut sättigen

süßes Obst

leicht bittere Gemüsesorten

Dal (Hülsenfrüchte = pflanzliche Eiweißquelle)

Vollkorngerichte

keine sauren Speisen

gut: Milch und Ghee

warme Gewürzmilch als Zwischenmahlzeit

kühle Speisen und Getränke (nicht kalt!)

Rohkosten in Maßen, frisches Obst, Gemüse, Salate (beruhigt, kühlt agni)

das erhöht pitta: sauer, salzig, scharf – also bitte meiden

meide zu stark gewürztes Essen

fette Speisen, Frittiertes, ölige Nahrung belasten die Leber

meide Zucker, Alkohol, Kaffee, Weißmehl, Fleisch und Wurst, Joghurt, saure Sahne, Käse, fermentierte Nahrung (natürlicher Gärprozess mit Hilfe von Bakterien, Schimmelpilzen, Hefe, z.B. Sauerkraut, Kombucha, Joghurt, Tempeti (Fleischersatz aus Sojabohnen), Kimchi (koreanisches Sauerkraut), Kefir), denn dies alles bildet Säuren

das reduziert pitta: süß, bitter, herb

Mittagessen ist die Hauptmahlzeit, sollte leicht, kühl, trocken sein

Vermeide Hunger: Unterzuckerung führt zu Nervosität und Gereiztheit

Pitta-Menschen benötigen genug zu essen und zu trinken

Achte auf eine harmonische Atmosphäre bei Tisch, vermeide Ärger und Streitgespräche sowie allzu hitzige Diskussionen; keine Zeitung lesen, kein fernsehen, kein Radio hören, wenig sprechen

„Geschäftsessen“ sind schwer verdaulich

Nach dem Essen: vajrasana (Fersensitz) für 3 – 11 Minuten: unterstützt die Verdauung

 

28.03.2019 – Ghee

Ghee ist Butterreinfett, beim Herstellungsvorgang werden Wasser und Proteine entzogen, dadurch verliert die Butter die allergieauslösende Komponente des Kuhmilcheiweißes.
Ghee ist für jedermann (jedes dosha) leicht verdaulich und wird extrem leicht vom Körper aufgenommen. Es ist sattvisch und bindet freie Radikale noch besser als Vitamine.
Im Ayurveda gilt Ghee als eines der wirkungsvollsten rasayanas. Es verbessert die Gehirnfunktion und das Gedächtnis. Rasayanas sind Kräuter- und Mineralstoffmischungen, die nach den Ayurveda-Texten helfen sollen:

  • die ursprüngliche Ordnung des Organismus zu erhalten,
  • Jugendlichkeit zu bewahren und den Alterungsvorgang aufzuhalten oder umzukehren,
  • das Immunsystem zu stärken,
  • gegen schädliche Einflüsse resistenter zu werden.

Ghee hält die Gelenke geschmeidig und sorgt für glatte, weiche, glänzende Haut.
Man sagt Ghee nach, dass es das Leben verlängert, wenn es regelmäßig verzehrt wird.

Ghee ist sehr einfach selbst herzustellen.

Herstellung von Ghee:
Gib qualitativ hochwertige Butter in einen Topf mit dickem Boden und erwärme diese bei mittlerer Hitze. Lasse nun die Butter offen leicht köcheln, bis sich ein weißer Bodensatz gebildet hat und das Fett darüber ganz klar ist. Gegebenenfalls gelegentlich umrühren, damit die Butter nicht anbrennt, sondern goldklar bleibt. Nach etwa 45 Minuten hat sich der weiße Schaum an der Oberfläche verkrustet. Nun das flüssige Butterfett mithilfe eines Metallsiebes durch ein befeuchtetes Mulltuch (= Stoffwindel) oder Küchenkrepppapier in das Glas/ Gefäß abgießen.
Lasse das Ghee erkalten, zum Aufbewahren eignet sich ein Glas mit Schraubverschluss oder ein Steinguttopf. Bitte lagere dein Ghee kühl und lichtgeschützt.

Verwende es zum täglichen Kochen.

18.03.2019 – vata-dosha

zu Grunde liegende Elemente: Raum/ Äther und Luft

typisch für Menschen mit hohem vata-Anteil in ihrer Konstitution:

  • begeisterungsfähig, viel Phantasie
  • schnelle Auffassungsgabe
  • gutes Kurzzeitgedächtnis
  • neigen dazu sich zu sorgen und Kummer zu haben
  • haben einen leichten, unruhigen, unterbrochenen Schlaf
  • sind gesprächig, neugierig, interessiert
  • mögen kein kaltes Wetter
  • können schlecht auswendig lernen
  • neigen zu kalten Händen und Füßen

Zum Ausgleich von vata hilft eine ruhige, langsame, stetige, erdende, kräftigende und regelmäßige Yogapraxis, unter Berücksichtigung der nachfolgenden Punkte:

  1. Wirbelsäule/ Gelenke geschmeidig halten
  2. kein zu ehrgeiziges Üben
  3. gut aufwärmen
  4. leichtes Schwitzen reicht – kein Auspowern
  5. zu viel Bewegung und Dehnung schaden eher
  6. unbedingt längere Endentspannung – nicht gleich wieder in den Alltag stürzen
  7. Yogapraxis war dann erfolgreich, wenn der Mensch sich danach ruhig, warm im Becken, entspannt, sich gut geerdet fühlt, die Emotionen stabilisiert sind und der Geist (Denken) friedlich ist

Ein erhöhtes vata-dosha ist ein starker Krankheitsverursacher, daher wenden wir uns immer zuerst der Reduzierung von vata-dosha zu (Yogatherapie), sonst „reißt“ dieses vata-Ungleichgewicht die anderen doshas aus der Balance.

Typische vata-Überschussauswirkungen/ Störungsbilder / Krankheiten sind:

Ischias

Nervenschmerzen (zieht bis ins Bein hinein)

depressive Stimmung

frieren leicht

man darf ihnen nichts wegnehmen

trockene Haut und Schleimhäute

Verdauungsstörungen: Verstopfung und Blähungen sowie Durchfall im Wechsel

der Mensch fühlt sich kraftlos, ausgelaugt, unruhig, unkonzentriert. nervös

Gliederschmerzen

Muskelverspannungen

Gelenkschmerzen

Nervenreizungen

nervöse Unruhe

Schlafstörungen

Herzrhytmusstörungen

chronische Krankheiten: Arthrose, Rheuma (wirkt sich auf den Bewegungsapparat aus)

sehr empfindlich gegen laute Geräusche (Reizüberflutung)

das Arbeiten am Computer ist ein großer Störfaktor für das sensible Nervensystem

unregelmäßige Ernährung und körperliche sowie geistige Anspannung sind problematisch für diese Menschen

der Körper ist sehr verschlackt: Toxine, Stoffwechselabfallprodukte lassen sich nur schwer ausleiten

Verhaltensempfehlungen zum Ausgleich eines (krankhaft) erhöhten vata-doshas:

regelmäßige Ölmassagen

Yoga Nidra

sanfte, regelmäßige Yogapraxis

Meditation – nicht zu viel

warme Ölbäder, Dampfsauna

regelmäßiger Lebensstil

Ordnung ins Leben/ in den Tagesablauf bringen (ahara-/ vihara-Liste)

warme Kleidung tragen

harmonische Umgebung (gerade beim Essen)

harmonische soziale Kontakte („Energieräuber“ meiden)

viel Bewegung an der frischen Luft: friedvolles Gehen in der Sonne, im Wald, am Fluss, am See, am Meer)

kleine Mittagsruhe nach dem Essen

beruhigende Musik hören (auch Mantras)

allgemeine Ernährungsempfehlungen:

nahrhafte, stärkende Nahrungsmittel, bevorzugt die Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig

warm, frisch zubereitet und „suppig“ (= feucht)

regelmäßig drei (idealerweise warme) Mahlzeiten

bei Auszehrung: Fleischsuppe mit vata-reduzierenden Gewürzen

aufgewärmtes Essen meiden (keine Mikrowelle)

keine chemischen Zusatzstoffe

kein Fast-Food

nicht fasten, besser einen Suppen-/ Eintopftag in der Woche einführen

meiden: die Geschmacksrichtungen scharf, bitter, herb

warme Getränke

Ghee (geklärte Butter) verwenden zum Kochen

16.03.2019 – Ayurvedische Morgenroutine

Zunge schaben direkt nach dem Aufstehen

Ölziehen

danach Ölziehen mit Kokos-, Oliven-, Sesam- oder Sonnenblumenöl (achte auf gute Qualität)

nehme einen Esslöffel Öl in den Mund und „spiele“ damit mind. 5 Min., eher 10 Min. bzw. bis das Öl eine dünnflüssige Konsistent hat (schlürfen, ziehen, spülen) – soll nicht anstrengend sein

danach in die Toilette oder in ein saugfähiges Taschentuch spucken – das Ausgespuckte sollte weißlich sein

mit warmem Wasser gut ausspülen, mit der Zahnbürste ohne Zahncreme nachputzen

Ölziehen entgiftet, Bakterien werden reduziert (Mundgeruch), Kariesentstehung wird gehemmt, Reduktion von Zahnfleischbluten, gut für die Zahnfleischpflege und -durchblutung

Toxine lösen sich und werden beim Ausspucken des Öls somit ausgeschieden

verbessert das Geschmacksempfinden (besonders bei Rauchern)

der Appetit wird angeregt

agni (die Verdauungskraft) wird gestärkt

Migräne wird eingedämmt

das Hautbild verbessert sich

 

15.02.2019 – Was ist Ayurveda?

Ayur = Leben
Veda= Wissen; Wissenschaft

Ayurveda ist das Wissen bzw. die Wissenschaft vom Leben

Je schnelllebiger und „fortschrittlicher“ die Zeit, desto kränker die Menschen:
– E-Smog am Arbeitsplatz
– Magnetwellen von Handys und Antennen
– Hormone, Antibiotika im Fleisch
– Chemie in Luft und Wasser
– erhöhte UV Werte
– Lärm um uns herum z.B. Flugzeuge und Autos

Das sind die Folgen:
Zivilisationskrankheiten
Erschöpfungszustände
Rückenschmerzen
mangelnde Lebensfreude
Allergien

Viele Menschen sind emotional und nervlich sehr angespannt.

Die Ursprünge des Ayurveda reichen ca. 6000 Jahre zurück und entstanden in der Himalaya-Region.

Die Lehren des Ayurveda beruhen auf Naturgesetzen.

Die fünf großen Elemente:
Äther/ Raum – Akasha
Luft – Vaju
Feuer – Agni
Wasser – Jala
Erde – Prithivi

Ohne alle diese Elemente ist Leben nicht möglich, keine Zelle könnte existieren.
Jeder Mensch ist einmalig, wir alle bestehen aus Äther (Geistiges), Raum = Hohlorgane, Hohlräume im Körper
Luft = Fließ- Bewegungen, Veränderungen
Wasser – alles Flüssige
Erde – alles Feste

Das Mischverhältnis der einzelnen Elemente in jedem von uns ist verschieden.

Beispiele:

10 Personen schauen sich denselben Krimi an, doch sie reagieren verschieden: die einen sehen ruhig und entspannt zu und können gut schlafen, das ist der Wasser-/ Erdtyp, Kapha.
Die anderen ärgern sich über die Dummheit der Polizisten und die Ungerechtigkeiten im Film, sie äußern sich dazu lautstark. Das ist der Feuer-Typ. Der Rest schaut gebannt, doch mit zunehmender innerer Ruhe zu und kann vor Aufregung schlecht einschlafen: Äther-/ Luft Typ.

10 Leute essen genau dasselbe, doch ihr Stoffwechsel arbeitet unterschiedlich. Während der Feuer-Typ Berge verdrücken kann und Bohnen mit Leichtigkeit und ohne Probleme verdaut, wird der Wasser-/ Erdtyp sofort träge und schwerfällig.
Der Luft-Typ hat direkt Blähungen und tendiert zu Verstopfung, weil der erhöhte Luftanteil in seinem Körper zu Trockenheit führt.

Hinsichtlich Sport, Arbeit, Belastbarkeit, Klimaverträglichkeit, Wesen, Art zu leben, Schwächen, Neigungen zu Krankheiten ist jeder Mensch anders.

Ziel des Ayurveda ist es, das Gleichgewicht wieder herzustellen, idealerweise durch Prävention.

Das vorherrschende Element ist verantwortlich für ganz bestimmte Störungstendenzen und Krankheiten. Die Dominanz eines bestimmten Elements allein ist noch keine Krankheit, auch keine Störung. Sie birgt lediglich die Anfälligkeit bzw. die Tendenz zu bestimmten Krankheiten, welche dann entstehen, wenn das ohnehin schon dominierende Element über sein natürliches Maß hinaus provoziert und erhöht wird.

Durch individuelle, elementgerechte Ernährung und Lebensweise (siehe ahara/ vihara Liste) ist Prävention möglich. Jede Therapie im Ayurveda hat das Ziel, das erhöhte Element auszugleichen, auszuleiten.

Aus diesem Grund lasse ich meine Yoga Teilnehmer einen dosha- Test durchführen, um herauszufinden welches Element, welche Bioenergie aktuell erhöht ist.

Im Ayurveda Yoga Kurs sprechen wir über verschiedene Aspekte des Ayurveda.
Die Yogapraxis zielt häufig darauf ab ein erhöhtes Vata auszugleichen durch Asanas, Pranayama, Meditation und Konzentrationsübungen, Entspannung (Yoga Nidra) und dem Rezitieren von Mantras. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass bei den meisten meiner Yoga-Teilnehmer Vata deutlich erhöht ist.
Wir üben jedoch auch Pitta-reduzierende Yogahaltungen und bemühen uns überflüssige Kapha-Anteile abzubauen, durch eine fordernde, erhitzende Yogapraxis.

Ernährung

Vertraue deinem gesunden Appetit und höre auf deine innere Stimme.

Wie kann eine bestimmte Ernährungsweise gut für alle sein, wenn doch alle verschieden sind?

Sich gemäß den Lehren des Ayurveda gesund zu ernähren bedeutet primär solche Nahrungsmittel zu wählen, welche die gestörten, erhöhten Bioenergien reduzieren bzw. ausgleichen und solche Nahrungsmittel zu meiden, welche die gestörten, erhöhten Bioenergien provozieren und erhöhen.

12/2018 – Die Gunas

Neben den drei Doshas (vata, pitta und kapha) werden in den alten Texten noch feinere Eigenschaften beschrieben: die drei Gunas.

Sattva: positives, aufbauendes Prinzip

Menschen mit viel sattva sind wahrheitsliebend, sie geben gerne, sind gelehrt, weise, tolerant und der gesamten Schöpfung gegenüber verständnis- und liebevoll eingestellt. Sie verfügen über eine ausgewogene Gemütsverfassung.

Sattvische Nahrung verlängert das Leben und fördert eine positive Geisteshaltung im Alltag.

Sattvische Nahrungsmittel sind süß, ölig, leicht und kühlen den Organismus sanft: Reis, Weizen, Honig, Kuhmilch, Lassi, Ghee, Mung-Dal, süße Mandeln und sonnengereifte Früchte sowie leichte und frische Lebensmittel.

Dominiert rajas den Menschen, dann ist dieser mutig, tendiert zum Selbstlob, Rechthaberei, Intoleranz und körperlicher Überanstrengung. Lebensmittel die rajas vermehren erhitzen den Körper und den Geist, erzeugen Ärger und Aggressionen sowie Ungeduld, stimulieren die Sexualität im Übermaß und erzeugen ein Brennen in verschiedenen Körperbereichen.

Rajas verstärkende Lebensmittel sind Kaffee, Tee, Paprika, reife Auberginen, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch. Alle Gewürze, die den Körper stark erhitzen wie weißer Pfeffer und Cayennepfeffer verstärken dies ebenso wie Fleisch, Fisch und alter, salziger Käse und natürlich Alkohol.

Menschen mit einer tamasbetonten seelischen Verfassung sind dumpf, träge und haben ein übermäßiges Schlafbedürfnis sowie Verlangen nach qualitativ schlechtem Essen. Das gesunde Feinempfinden für die eigenen seelischen und körperlichen Bedürfnisse ist mangelhaft. Die Verdauung von Nahrungsmitteln mit überwiegend tamasischen Anteilen benötigt viel Energie, was dazu führt, dass sich ama (Giftstoffe/ Schlacken) im Körper ansammeln. Dies wiederum führt dazu, dass der Körper und der Geist träge und dumpf werden. Langfristig gesehen stellen sich Krankheiten ein.

Tamasische Nahrungsmittel: Fleisch, Fisch, Eier, Essig, Erdnüsse, H-Milch, Konservennahrung, Lebensmittel, die verdorben, geschmacklos, überreif und zerkocht sind sowie wieder aufgewärmtes Essen und schlecht riechendes.

Fleisch (Wurst) ist besonders schwer verdaulich und vermehrt rajas und tamas. Medizinische Studien ergaben, dass der Verzehr von Fleisch die Entstehung vieler Krankheiten fördert und die Lebensspanne verkürzt.

Wenn es dir schwerfällt ganz darauf zu verzichten, dann gehe schrittweise vor. Überlege dir wodurch du das, was du weglässt, ersetzen wirst. Vegetarier benötigen eine Eiweißquelle. Hierzu kannst du dir ein Dal kochen und täglich Milchprodukte zu dir nehmen.

 

Grundrezept für Dal

Dal gehört traditionell zu jedem ayurvedischen Mittagessen. Da die Zubereitung sehr lange dauert solltest du genügend Zeit einplanen und rechtzeitig damit beginnen. Die Kochzeit verringert sich erheblich, wenn du die Hülsenfrüchte über Nacht in klarem Wasser einweichst.
für 4 Personen

300 g halbierte, getrocknete Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen)

1 EL Ghee

1 TL vata- oder pitta Churna http://www.ayurveda-marktplatz.de/vata-churna-gewuerzzubereitung-bio-35g-von-maharishi-ayurveda-587.html

½ TL kapha-Churna

etwas Salz

1 l heißes Wasser

Hülsenfrüchte gründlich waschen, Ghee in einem Topf erhitzen, Gewürzmischungen kurz anrösten

Hülsenfrüchte sowie Wasser hinzugeben und das ganze so lange kochen lassen bis es sehr weich ist und eine suppige Konsistenz hat. Nach Belieben salzen, abschmecken und kurz pürieren.

Variationen

  • einheimische Kräuter
  • während des Kochens Zucchini, Karotten oder ähnliches kleingeschnitten hinzufügen

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Frische Nahrung

Überall im menschlichen Körper befinden sich freie Radikale (hochaggressive Bruchstücke von Sauerstoffatomen), die das Gewebe schädigen und Zellveränderungen hervorrufen können. Diese sind verantwortlich für Arterienverkalkung, Gelenkverschleiß und Krebserkrankungen. Die moderne Wissenschaft fand heraus, dass fast alle Gemüse- und Obstsorten freie Radikale binden und den Alterungsprozess verzögern.

  • Früchte bis zur vollen Reife am Baum lassen
  • Nahrung sollte frisch zubereitet werden, keine Tiefkühlkost, keine Konserven
  • Keine verkochte aber doch weich gekochte Nahrung
  • Meide aufgewärmtes Essen: beim Stehenlassen bereits gekochter Speisen entstehen freie Radikale
  • Du bist viel unterwegs: dann füge Ghee und Ingwer deiner Mahlzeit zu (Ghee bindet freie Radikale und Ingwer regt agni, die Verdauungskraft, an)
  • Nehme vorwiegend warmes Essen und Getränke zu dir
  • Trinke 5-6 mal am Tag eine Tasse heißes Wasser, aber 30 Min. vor oder nach der Mahlzeit nichts
  • Idealerweise richtest du dir einmal in der Woche einen Tag ein, an dem du nur Flüssiges zu dir nimmst, das verhindert, dass sich ama im Körper ansammelt: frische Säfte, Suppen

Sei es dir selbst wert.

Alles Liebe

Martina